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Wie Bandito zu uns kam, und wie er mit Giardien und einer Erkältung zu kämpfen hatte.Nachdem unser lieber Kater Diablo am 01.03.2007 eingeschläfert werden musste, wurde es plötzlich sehr still und traurig bei uns zuhause. Es war niemand mehr da, der Blödsinn anstellte, nichts polterte mehr - und der Kater fehlte uns sowieso sehr. Schon nach ca. 2-3 Tagen hielten wir die Stille und den Verlust von Diablo kaum noch aus, und fingen an zu überlegen, ob wir aus einem Tierheim einem neuen Kätzchen eine Chance auf ein schönes Zuhause geben sollten. Irgendwie fühlten wir uns bei dem Gedanken nicht ganz wohl, Diablo so schnell zu "ersetzen" (was natürlich sowieso nicht möglich ist, deshalb gefällt das Wort uns eigentlich auch ganz und gar nicht). Schliesslich kamen wir beiden Dosenöffner überein, einmal unverbindlich ins Tierheim Flensburg zu gehen, und zu schauen, welche Fellhasen dort auf ein neues Zuhause warten. Natürlich hatten wir insgeheim schon einkalkuliert, dass wir, falls uns ein Kätzchen mit grossen Augen anmaunzen würde, dieses evtl. auch gleich mitnehmen würden. Es gab auch eine ganze Menge von Kandidaten die uns gefielen, allerdings hatten wir uns überlegt wieder einen Kater, welcher zudem recht jung sein sollte, zu Luna "dazuzusetzen", damit sich beide gut verstehen würden (so war der Gedanke) - welcher auch noch auf gar keinen Fall schwarz wie Diablo hätte sein dürfen, damit wir nicht unterbewusst anfangen würden, Vergleiche zu ziehen. Letztlich zogen wir wieder ab, da im Flensburger Tierheim keine Katze diese Dinge, die wir uns überlegt hatten, erfüllte. Am darauffolgenden Tag fuhren wir dann zum Schleswiger Tierheim ohne grosse Hoffnung, dort Glück zu haben. Jedoch wurde uns sofort ein kleiner Kater vorgestellt, welcher erst 4 Monate alt war - und... natürlich schwarz. Speziell der männliche Dosenöffner hatte den kleinen Kerl sofort in sein Herz geschlossen, während der weibliche Dosenöffner noch am schwanken war, ob es so eine gute Idee wäre, einen Kater zu nehmen, welcher Diablo so ähnlich war. Der kleine Kater hatte sogar ebenfalls ein paar weisse Haare auf seiner Brust, ganz genau wie Diablo. Nun ja, letztlich konnte auch der weibliche Dosenöffner dem jungen Katerchen nicht wirklich widerstehen, und somit war es dann beschlossene Sache, dass genau dieser Kater sofort mitgenommen werden sollte. Gesagt - getan. Schon im Tierheim fiel uns Dosenöffnern auf, dass der Kater verdächtig oft nieste, was der Tierpfleger allerdings mit einer Handbewegung und dem Kommentar, dass er dies zum ersten Mal hören würde, abtat. Später bei den Formalitäten erzählte die Leiterin des Tierheims uns dann, dass der kleine Kerl schon niesen würde, seitdem er im Tierheim aufgenommen wurde. Nun ja, wir dachten uns: "Das bekommen wir schon in den Griff". Desweiteren erwähnte die Dame uns gegenüber, dass der Kater durch Giardien vorbelastet sei. Der weibliche Dosenöffner von uns ist zwar vor etlichen Jahren zur Tierarzthelferin ausgebildet worden und hatte auch schon einmal von Giardien gehört, wusste allerdings nicht ganz genau darüber Bescheid, wie heimtückisch diese Krankheit sein kann, da das Giardien-Problem wohl erst in den letzten Jahren wirklich ein weiter verbreitetes geworden ist (mehr dazu am Seitenende). Wir bekamen eine Paste und ein Hundeshampoo (wie wir später erfuhren soll man kein Hundeshampoo bei Katzen verwenden) mit zur weiteren Behandlung, steckten den Kater in die Tragebox, und fuhren nach Hause. Bandito flitzte gleich als erstes unter die Couch im Wohnzimmer, wo er so ziemlich den Rest des Tages verbrachte, während Luna vor der Couch sass, und ihn argwöhnisch anschaute und hin u. wieder anfauchte. Nun ja, dass es nicht Liebe auf den ersten Blick sein würde, hatten wir uns ja schon gedacht. Später am Abend kam Bandito kurz einmal hervor, als wir ihm etwas zu Essen hinstellten, und frass auch ein wenig. Allerdings nur, solange wir auf Abstand blieben, da er sehr scheu war. Im Laufe der nächsten Tage wurde Bandito langsam zutraulicher, nur Luna war noch nicht begeistert von ihm... Da er offenbar eine Erkältung hatte, steckte Luna sich natürlich postwendend an, wobei ihr Gefauche sicherlich auch noch einen Teil dazu beitrug. Sie bekam kurze Zeit später Halsschmerzen etc., aber darüber kannst Du hier mehr lesen. Wir mussten infolge einige Male mit Bandito zum Tierarzt, um ihn gegen seine Erkältung, sowie die offenbar immer noch vorhandene Problematik der Giardien, behandeln zu lassen. Dagegen bekam er Tabletten, da er die Paste natürlich nicht zu sich nehmen wollte. Und Gewalt wollten wir bei der Eingabe nicht gleich anwenden, da er ja gerade erst anfing zutraulich zu werden. Da kam der weibliche Dosenöffner auf einen Trick bei der Tabletteneingabe (die er natürlich auch nicht freiwillig einnahm), welchen wir eigentlich jedem Katzenbesitzer nahelegen möchten. Und zwar hat sie die Tablette zu Pulver zerstampft, und das Pulver dann in handelsübliche leere Gelatine-Kapseln, welche eigentlich für Menschen gedacht sind, gefüllt, und hat das Ganze dann mit ein wenig Sauce von Katzenfutter angefeuchtet. So kann das Tier das Pulver, bzw. den Inhalt der Kapsel, nicht riechen, sondern lediglich den Futtergeruch aufnehmen. Bandito nahm dann in Folge sein Medikament anstandslos ein, und frass es sogar schnurrend aus der Hand. Wunderbar! Die Kapseln (man sollte natürlich kleine Kapseln nehmen, damit die Katze die Kapsel auch problemlos schlucken kann) bekommt man übrigens in eigentlich jeder Apotheke für ein paar Cent gekauft. Mittlerweile ist von Giardien bei Bandito nicht mehr viel zu merken, auch wenn er hin und wieder noch Durchfall hat, was uns entsprechend natürlich regelmässig einen Schrecken einjagt. Sein Durchfall dürfte jedoch eher daran liegen, dass er sehr neugierig ist, und so ziemlich alles frisst was nicht niet- und nagelfest ist. Ob es nun Knabbern an Pflanzen ist, oder Krümel vom Fussboden aufschlecken. Entsprechend geht es ihm meist einen Tag später besser, und der erneute Giardien-Verdacht bestätigt sich nicht. Nun, einige Monate nachdem Bandito bei uns ein neues Zuhause gefunden hat, geht es ihm sehr gut. Luna hat sich an ihn gewöhnt, und er geht ihr eigentlich höchstens hin und wieder ein wenig auf den Keks, wenn sie in Ruhe irgendwo liegen möchte, Bandito aber mit ihr spielen möchte oder um sie herumtobt. Die Erkältung ist Bandito mittlerweile los geworden, und die Giardien sind wie schon gesagt, auch offenbar kein Problem mehr. Kastriert ist er auch bereits, und einem langen und schönen Leben bei uns steht, hoffenlich, nichts im Wege. Er ist ein kleiner Wirbelwind, der noch mehr Blödsinn im Kopf hat, als Diablo, obwohl dieser uns schon kräftig auf Trab hielt. Auch mit der Ähnlichkeit zwischen ihm und Diablo, welche wir eigentlich vermeiden wollten, aber am Anfang feststellten, ist es eigentlich gar nicht sonderlich weit her. Im Gegensatz zu Diablo, welcher ein sehr stattliches und grosses Tier von ca. 8 kg Kampfgewicht war, ist Bandito ein kleiner und schlanker Mickerling (obwohl er uns die Haare vom Kopf frisst), welcher auch kaum noch zu wachsen scheint. Dies könnte daran liegen, dass uns die Leiterin des Tierheimes erzählt hat, dass seine Mutter ihn verstossen hatte, und er deshalb mit der Flasche aufgezogen werden musste. Flaschenkinder haben meist ein schwächeres Immunsystem (was natürlich nicht so günstig bei Giardien ist) und bleiben eher klein. Ausserdem hat Bandito auch einige weisse Haare am Bauch, und bei ganz genauem Hinsehen stellt man fest, dass er eher sehr dunkelbraun mit leichter Tigerung ist, als richtig schwarz, so wie Diablo es war. Unsere Sorgen ständig Diablo in ihm zu sehen waren also recht unbegründet. Übrigens war Bandito auch FIV-verdächtig (Katzenaids) da er aus einem Wurf stammte, wo sowohl die Mutter als auch die Geschwister positiv waren. Jedoch hat ein zweimaliger Test gezeigt, dass dieser Kelch Gott sei Dank an uns vorüberging. Er ist negativ. Auch ein Leukosetest fiel negativ aus. Giardien sind Parasiten welche im Dünndarm auftreten. Diese können bei einer Vielzahl von Säugetieren auftreten, und theoretisch sogar auf den Menschen übertragen werden (Zoonose). Giardien sind tierische Einzeller, und setzten sich per Bauchsaugnapf an der Darmwand fest, wo sie sich dann millionenfach vermehren können. Giardien werden über den Kot mit ausgeschieden, und sind, ohne von einem neuen Wirt direkt aufgenommen zu werden, in der Lage bis zu einigen Wochen zu überleben, bis sie evtl. doch einen neuen Wirt über z.B. verschmutztes Wasser oder Nahrung aufgenommen werden. Giardien können Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall verursachen. Selbst wenn keine Symptome mehr erkennbar sind, können sich Giardien unserem Wissen nach in der Milz festsetzen und dort überleben, um den Darm nach einiger Zeit aufs Neue zu befallen. Dadurch ist der Parasit nicht einfach zu bekämpfen. Überhaupt kann auch jemand, der keinerlei Beschwerden hat, Giardien in sich tragen, und damit weitere Tiere oder Personen infizieren. Wichtig zur Beschwerdefreiheit ist ein gutes Immunsystem. Menschen stecken sich übrigens vor allem in tropischen Regionen an, wo die hygienischen Verhältnisse nicht sonderlich gut sind. Aber auch Zuhause kann sich der Mensch z.B. bei seiner Katze anstecken. Hier geht zur Übersicht von Krankheiten, die im Jahr 2007 bei unseren Katzen Einzug gehalten haben. Wer unserer kleinen Familie übrigens im kleinen Rahmen nach diesen Schicksalsschlägen helfen möchte, der kann hier ein wenig weiterlesen. |
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