Katzen Kastration / Sterilisieren

Informationen zu Kastration

Hier möchte ich Euch das Thema Kastration etwas näher bringen, da zu diesem Thema immer wieder viele Fragen auftauchen.

Warum sollte man seine Katze, egal, ob Kater oder Kätzin, kastrieren? Da wäre natürlich zum einen der unerwünschte Nachwuchs, der 2x im Jahr eintreten kann, eine Katze kann pro Wurf in der Regel 4-6 Katzenkinder werfen.

Desweiteren kommt die vermehrte Übertragung von gefährlichen, oft tödlichen, Krankheiten hinzu, wie z.B. die Leukose und FIV (Katzenaids), da Kater, die nicht kastriert sind sich auf jeden Konkurrenten stürzen oder ständig rolligen Kätzinnen hinterhersteigen.

Durch Beissereien oder Geschlechtsverkehr werden dann diese gefährlichen Krankheiten weitergegeben. Zudem kommt bei der Kätzin auch die Gefahr von Gebärmutter- und Eierstockentzündungen oder gar -krebs dazu.

Für uns Dosenöffner ist eine rollige Kätzin manchmal schon nervtötend durch jammernde Lautäusserungen und das ständige Bedürfnis gedeckt zu werden. Zumal es für eine rollige Kätzin, oder auch für den geschlechtsreifen Kater, eine grössere Qual ist, rollig oder decklustig zu sein und nicht zu dürfen oder zu können, als wenn sie gar nicht erst rollig oder decklustig werden.

Auch wird durch Kastration das ständige Markieren des Katers und auch der Kätzin an sämtlichen Stellen der Wohnung vermieden, ebenso wie der penetrante Uringeruch geschlechtsreifer Kater.

Man sieht, es gibt vielerlei Gründe über eine Kastration nachzudenken. Wie läuft eine solche Kastration ab? Kater oder Kätzin werden in eine leichte Narkose gelegt, der Kater meist in eine leichtere, da der Eingriff nicht ganz so lange dauert, wie bei der Kätzin.

Die Narkose wird entweder intravenös, d.h. in die Vene, oder intramuskulär, d.h. in den Muskel, gegeben, beides ist möglich und ist von Tierarzt zu Tierarzt unterschiedlich.

Befassen wir uns zuerst mit dem Kater:

Nachdem der Kater eingeschlafen ist, werden ihm die Haare an den Hoden durch zupfen oder rasieren entfernt und anschliessend werden die Hoden desinfiziert. Danach wird am jeweiligen Hoden ein kleiner Schnitt von ca. 1 cm Länge gesetzt, die zuführenden Blutgefässe werden abgebunden und der Hoden anschliessend entfernt. Gleiches passiert mit dem zweiten Hoden. Je nach Grösse wird der Schnitt mit wenigen Stichen genäht, in den meisten Fällen ist der Schnitt jedoch so klein, dass er nicht genäht werden muss. Anschliessend wird nochmals mit einem Desinfektionsspray desinfiziert.

Nun zur Kätzin:

Bei der Kätzin werden die Haare in der Bauchgegend oder seitlich in der Flanke wegrasiert und mit einem Desinfektionsspray eingesprüht. Danach wird ein steriles Operationstuch darüber gelegt, um ein steriles und sauberes Arbeiten zu gewährleisten. Dann wird ein kleiner Schnitt von ca. 2-3 cm in der Flanke oder am Bauch gemacht, anschliessend werden die Eileiter abgebunden und danach Eierstöcke und Gebärmutter entfernt. Anschliessend wird der Schnitt mit wenigen Stichen vernäht und nochmals Desinfektionsspray aufgesprüht. Zusätzlich wird eine Antibiotikaspritze gegeben, um anschliessende Infektionen zu vermeiden. Ob der Schnitt am Bauch oder in der Flanke gemacht ist bei jedem Tierarzt anders, sie sind beide unproblematisch und unkompliziert.

Nach nicht allzu langer Wartezeit wacht die Katze aus der Narkose auf und ist den Rest des Tages noch benommen und torkelig.

Da bei den meisten Tierärzten Operationen und Narkosen morgens oder vormittags getätigt werden, kann man in der Regel seine Katze am Nachmittag wieder abholen. Zuhause sollte man darauf achten, dass die Katze nicht versehentlich aus grösserer Höhe hinunterstürzen kann, da sie noch sehr wackelig auf den Beinen ist. Gegen Abend darf sie gerne auch wieder etwas fressen, wenn sie möchte.

Sollte die Katze am nächsten Tag noch nicht fressen wollen oder sie sich sonst auffällig verhält, müsst Ihr in diesem Falle sofort den Tierarzt kontaktieren. In der Regel geht ein solch kleiner Eingriff ohne Probleme über die Bühne. Vor der Narkose ist zu beachten, dass die Katze am frühen Vorabend vor der Operation das letzte Mal etwas zu fressen bekommt, Wasser darf sie selbstverständlich trinken. Danach nichts mehr zu fressen geben, Katzen, die Freigänger sind, zu diesem Zeitpunkt besser nicht mehr rauslassen, da sie entweder draussen noch etwas fressen könnten oder aber auch erst gar nicht am nächsten Morgen nach Hause kommen, während der Termin immer näher rückt.