So denken und verhalten wir Katzen uns

Katzendenken - hier erfaehrst Du mehr ueber mich

Wenn Du Dich dafür interessierst wie ich, oder meine Artgenossen denken, dann lies Dir doch den Text unterhalb durch, und Du erfährst mehr...

Versuche uns Katzen zu verstehen

Auch wir haben viele Wünsche und Bedürfnisse, auch wenn diese von den Menschen gerne übersehen werden. Wir verfügen über eine gute Lernfähigkeit und nicht zu verachtende Cleverness und wissen uns oft selbst zu helfen.

Als Beispiel: Wenn einer meiner Dosenoeffner und ich den gleichen Lieblingssessel haben, dann gehe ich schon gerne mal zum Buecherregal, und schmeisse ein Buch herunter. Das Ergebnis ist meist, dass der Dosi aufsteht um das buch wieder aufzuheben... ...und schon ist mein Lieblingssessel frei für mich. Wenn dies einmal funktioniert hat, dann mache ich das gerne wieder. Manchmal fragt man sich am Ende, wer Cleverer ist ;-)


"Prima! Da ist die Einkaufstasche!":

Ich erwarte, dass der Dosenöffner mir was zu fressen gibt. Dass ich eine Art innere Uhr habe, ist Euch bestimmt aufgefallen. Aber was denke ich von Dosenöffnern, wenn sie beim Einkaufen etwas länger ausbleiben? Ungefähr so etwas: "Mmmm, wann kommen die Dosenöffner nach Hause? Ich habe Hunger!" Diesen Denkvorgang nennt man Antizipation. Ich bin sehr gut darin, ich habe auch eine Art visuelles Gedächtnis. Bestimmt habt Ihr Eurer Katze auch schon oft etwas Gutes gegeben, wenn Ihr mit den Einkäufen nach Hause gekommen seid, oder habt ihr sofort eine Dose Katzenfutter geöffnet. Vielleicht liegt es daran, dass die Dosenöffner mich gleich beim Nachhausekommen füttern oder an meiner endlosen Geduld. Ich finde es toll, auf sie zu warten. Ich weiss genau, wann die Dosenöffner nach Hause kommen. Ich höre es an dem einzigartigen Geräusch ihrer Schritte (sie sind anders als die des Nachbarn) oder sogar am Motorengeräusch ihres Autos (auch das hört sich anders an als das von Nachbars Auto, selbst wenn er dasselbe Modell fährt!) Fazit: Ich denke in solchen Situationen mit grosser Zuneigung an die Dosenöffner. Schliesslich bringen sie mir mein Futter oder kleine Leckereien mit.


"Wenn ich maunze, machen sie mir die Tür auf.":

Ich erwarte, dass die Dosenöffner mich hinauslassen. Im täglichen Leben denke ich oft an die Dosenöffner und erwarte dann etwas von ihnen, etwa Freiheit. Wer kennt nicht das Maunzen meiner Art vor der Balkon- oder Gartentür (schmeichelnd, bittend oder geradezu fordernd), wenn ich nach draussen will? In diesem Fall weiss ich, dass die Dosenöffner mir die Freiheit geben können. Wenn die Dosenöffner mir die Tür öffnen, denke ich, dass die Dosenöffner freundlich und mächtig sind. Die hingegen denken aber wahrscheinlich: "Wir sind doch nur der Sklave der Katze, gerade gut genug, um Futter heranzuschaffen und die Tür zu öffnen." Aber damit unterschätzen die Dosenöffner sich. Wer dem anderen Freiheit geben kann, übt grosse Macht aus. Übrigens bedanke ich mich ja auch, allerdings auf meine Weise, also nicht hinterher wie die Dosenöffner, sondern vorher. In dem speziellen Maunzen oder Schnurren, mit dem ich sage, dass der Dosenöffner was für mich tun kann, ist der Dank schon eingeschlossen. Achtet auf die Intonation; Bitte-Danke-Schnurren klingt ganz anders als das Schnurren, wenn ich auf dem Schoss der Dosenöffner liege. Fazit: Ich bin mit den Dosenöffern zufrieden, sie geben mir schliesslich - zumindest zeitweise - Freiheit.


"Lass mich in Ruhe! Finger weg!":

So verhalte ich mich wenn ich in Ruhe gelassen werden will!

Ich fühle mich bedroht. Wenn sich mir ein Dosenöffner gegen meinen Willen nähert, denke ich: "Was will dieses Ungeheuer von mir?" Meine erste Reaktion ist die Flucht: Ich werde zurückschrecken und versuchen, mich aus dem Staub zu machen. Wenn ich keine Möglichkeit dazu habe und der Dosenöffner seine unerwünschten Annäherungsversuche fortsetzt, fauche ich ihn zur Warnung an. Wird dies auch nicht beachtet, knurre ich nochmal, schlage mit den Krallen zu oder beisse schliesslich. Fazit: Ich denke in diesem Fall: "Hände weg! Diesem Dosenöffner traue ich nicht."


"Was will er / sie nur von mir?":

Ärgern verstehe ich nicht. Es gibt Dosenöffner, die andere gern ärgern. Das geht von mehr oder weniger harmlosen Streichen (die unter Dosenöffnern vielleicht sogar Spass machen) bis zu eindeutigen Quälereien oder (möglicherweise schmerzhaften) Handgreiflichkeiten. Auch Tiere machen sich gut als Opfer. Ich schätze es in der Regel nicht, an den Ohren, am Schwanz oder an den Haaren gezogen zu werden. Ich mag es auch nicht, wenn jemand gegen meinen Willen in meine Privatsphäre eindringt. Ich finde das sogar ausgesprochen widerlich. Kleine Gemeinheiten, wie ein Leckerli hinzuhalten, aber immer wieder zurückzuziehen und am Ende doch nicht geben, finde ich auch nicht gerade amüsant, aber ich lasse es über mich ergehen, weil ich doch nicht verstehe, was Ärgern ist. Ich habe kein Gefühl dafür. Fazit: Ich denke etwas zwischen "Das kapier ich überhaupt nicht!" und "Das ist ein gefährlicher Verrückter, dem muss ich in Zukunft aus dem Weg gehen!"


"Er will bestimmt mit mir spielen.":

Ich erwarte, dass die Dosenöffner mit mir spielen. Im Spiel kann ich mich austoben und alles tun, was mir Spass macht: wegrennen, verfolgen, spielerisch mit eingezogenen Krallen schlagen, lauern, schleichen, mich hinter Türen und Möbeln verstecken, in einer bestimmten Haltung erstarren (einfrieren), geduldig abwarten, und noch viel mehr. Die Dosenöffner haben wahrscheinlich früher genug davon als ich. Findet heraus, womit Eure Katze am liebsten spielt (Ball, Angel mit Federn, Lichtstrahl der Taschenlampe). Wenn die Dosenöffner mit mir spielen, denke ich garantiert nicht: "Was für ein kindischer Mensch, er spielt mit mir." Fazit: Ich denke wahrscheinlich von den Dosenöffern: "Was für ein netter Spielkamerad; wir könnten stundenlang so weitermachen."


"Streichle mich! Ich werde (oft) gern berührt.":

Ich werde gern gestreichelt. Bitte nimm dir die Zeit dafuer

Ich glaube, dass ich von den Dosenöffnern gut versorgt werde (die Dosenöffner erinnern mich an meine Mutti, die mich auch liebevoll berührte.) Ich bin sehr sinnlich und geniesse es, sanft angefasst zu werden. Rau angepackt zu werden verabscheue ich dagegen. Manche meiner Artgenossen werden am liebsten gar nicht berührt, aber die sind wahrscheinlich nicht gut sozialisiert oder haben unangenehme Erfahrungen gemacht. Aber die meisten lassen sich gern streicheln, kämmen oder bürsten. An letzteres muss ich allerdings von klein auf gewöhnt sein. Mir gefällt es sogar, wenn ich für eine Ausstellung herausgeputzt werde. Bei Langhaarkollegen kann das immerhin Stunden dauern. weil ich mich selbst sehr sauber halte, stellen die Dosenöffner fest, dass ich nach einer Runde Körperpflege viel besser gelaunt bin. Fazit: Nach dem Streicheln, Kämmen oder Bürsten denke ich: "Was für ein netter Dosenöffner; das können wir öfter machen!"


"Da habe ich wohl etwas falsch gemacht.":

Auch wir können bis zu einem gewissen Grad erzogen werden

Ich denke, dass die Dosenöffner gute Erzieher sind. Wenn die Dosenöffner mit mir nicht konsequent umgehen, kann ich keinen Respekt für sie aufbringen. Ich glaube dann, dass ich etwas falsch mache. An dem Verhalten der Dosenöffner merke ich dann zwar, dass etwas nicht in Ordnung ist und das Verhältnis zur Zeit etwas gespannt ist, aber ich kann nicht nachvollziehen, was nicht stimmt. Ich schätze es, wenn ich konsequent erzogen und behandelt werde, wenn die Dosenöffner mir deutlich mitteilen, was sie von mir wollen. Ich mache mir sehr viele Gedanken über Dinge, die auf kurzfristigen Zusammenhängen beruhen. Ich kenne keine Langzeit - Überlegungen wie Reue oder Rachsucht. Ich kann nur frisch von der Leber weg reagieren. Daher bin ich geradeheraus und ehrlich. Wenn die Dosenöffner konsequent mit mir umgehen, steigen sie in meiner Achtung. Fazit: Wenn ich getadelt werde, denke ich: "Oh, das stimmt natürlich, das darf ich nicht. Gut, dass ich daran erinnert werde."